Realisierungswettbewerb "Neue Mitte in Arzfeld"

für den Realisierungswettbewerb erhielten wir eine Anerkennung

Auslober: Gemeinde Arzfeld

Errichtung eines Dorfgemeinschaftshaus mit Dorfplatz, Gewerbe und Wohnen

STÄDTEBAU I NEUE MITTE ARZFELD

Der Neubau des Dorfgemeinschaftshaus positioniert sich entlang der städtebaulichen Achsen der Luxemburger Straße und der Raiffeisenstraße. Um die Wichtigkeit des Gebäudes für die Bürger des Ortes sowie des gesamten Umlandes zu unterstreichen, wirkt der Neubau sowohl in den Straßenraum der Luxemburger Straße als auch auf den angrenzenden Dorfplatz.

Das Dorfgemeinschaftshaus vermittelt zwischen den bereits bestehenden Gebäuden des Rathauses, des Gästehauses sowie der Kirche Sankt Maria Magdalena. Rathaus, Dorfgemeinschaftshaus und Kirche bilden die drei wichtigen Bausteine für die Neue Mitte in Arzfeld.

Das Gebäude der ehemaligen Landwirtschaftsschule sowie das Gemeindehaus bleiben bestehen und werden als Gästehaus oder Hotel mit etwa 20 Zimmern um genutzt. Durch die Nähe des Dorfgemeinschaftshauses kann das Gästehaus mit bewirtschaftet werden.

Im Osten werden zwei Gebäude für beispielsweise altersgerechtes Wohnen angeboten.

Entlang der Hauptstraße bildet ein 2- und 3-geschossiges polygonales Gebäude mit Cafè, Dorfladen und Praxen die bauliche Kante des Dorfplatzes.

Der westliche Ideenteil dient ausschließlich dem Wohnen. Hier werden 2-geschossige Mehrfamilienhäuser mit Satteldächern vorgeschlagen.

Der bestehende Parkplatz wird in die neue Planung einbezogen. Die Stellplätze sind für das Wohnen vorgesehen.

DORFPLATZ I VORPLATZ I RATHAUSPLATZ

Mit dem Neubau des Dorfgemeinschaftshaus werden die dazugehörigen Freiflächen neu geordnet. Der neue Dorfplatz bildet das Kernstück und ist multifunktional nutzbar. Er dient als Neue Mitte und ist von jeder Richtung gut zu erreichen. Bei Veranstaltungen stehen hier Festzelte, Fahrgeschäfte und Außenbestuhlung. Im Alltag dient der Platz unter anderem zum Parken.

Die Gastronomie wird auf der Platzebene (Dorfplatz + 495,15 üNN) erschlossen.

Über eine großzügige Freitreppe gelangt man von dem höher gelegenen Dorfplatz zu dem Eingangsbereich (+ 491,00 üNN) des Dorfgemeinschaftshauses.

Dieser Vorbereich auf Straßenniveau dient als Treffpunkt und Wartebereich bei Veranstaltungen. Eine Bushaltestelle und Taxivorfahrt können hier angeordnet werden.

Durch die neuen Wegeverbindungen erhält der nördlich der Luxemburger Straße befindliche Rathausplatz zusätzlich eine Aufwertung.

DORFGEMEINSCHAFTSHAUS

Das zweigeschossige Gebäude wird sowohl vom Norden über die Luxemburger Straße als auch von Süden über den neuen Dorfplatz erschlossen.

Das Dorfgemeinschaftshaus nutzt den natürlichen Geländeverlauf, um die Kubatur in den Hang zu integrieren und zwischen dem Straßenniveau und der Platzebene zu vermitteln.

Das Foyer dient als zentraler Erschließungsbereich des Dorfgemeinschaftshauses. Die Fassade ist transparent und öffnet sich zu dem Vorbereich.

Der Bürgersaal als Herzstück ist über das Foyer zu erreichen. Durch flexible Trennwände ist eine Zusammenschaltbarkeit des Bürgersaals mit dem Mehrzweckraum und der Bühne zu einem großen Gemeindesaal möglich. Die Nebenräume für den Saal befinden auf kurzem Weg direkt daneben.

Das Dienstzimmer des Ortsbürgermeister sowie die Personalräume liegen nördlich im Bereich des Windfanges mit Blick zur Straße und auf das Rathaus.

Der Gastronomiebereich ist extern nutzbar als auch für Veranstaltungen. Die Gastronomie erhält vom Dorfplatz einen eigenen Eingang und ist autonom vom Dorfgemeinschaftshaus nutzbar.

FREIFLÄCHEN

Die beiden Grünräume Naturpark Südeifel und der Quobach Wiesengrund werden als „grünes Band“ miteinander verbunden. Der bestehende Parkplatz wird eingegrünt. Die Durchgrünung bildet die natürliche Grenze zwischen dem neuen Wohnen im Westen und dem Dorfgemeinschaftshaus. Die bestehenden Bäume bleiben weitgehend erhalten. Drei Solitärbäume (Linden) rahmen den Dorfplatz ein.

TRAGWERK UND WIRTSCHAFTLICHKEIT

Die Tragstruktur des neuen Dorfgemeinschaftshauses wird von Stahlbetonwänden und -decken und einer aufgesetzten Dachkonstruktion in Holzbauweise über dem Veranstaltungsraum gebildet.

Die große Spannweite über dem Veranstaltungsraum wird von paarweise angeordneten Brettschichtholzbindern mit einer darüber liegenden vorelementierten Brettstapeldecke überbrückt. Die Fahrschienen der mobilen Trennwände sind im Raum zwischen den Brettschichtholzbindern integriert.

Die um die Dachkonstruktion verlaufenden Stahlbetonwände dienen zum einen als Auflager für die Brettschichtholzbinder und zum anderen als wandartige Träger, um den Bühnenbereich und den Übergang zur Mehrzweckfläche stützenfrei zu überbrücken.

Die Decken der angegliederten Nebenräume sind konventionelle Stahlbeton-flachdecken in Halbfertigteilbauweise die auf den Stahlbetonwänden aufliegen. Im Bereich der transparenten Fassadenflächen werden Wände und Decken über in der Fassadenebene integrierten Stahlstützen abgefangen.

Die Aussteifung des Gebäudes erfolgt über die in den Geschossen durchlaufenden Wände in Verbindung mit den Deckenscheiben.

Gegründet wird das Gebäude über eine elastisch gebettete Stahlbetonbodenplatte mit außen umlaufenden Frostschürzen und Bodenplattenverstärkungen in den Haupttragachsen.

Die Kompaktheit des Gesamtentwurfes und das klar strukturierte Tragwerk mit den verbundenen Möglichkeiten zur Vorfertigung oberflächenfertiger Bauteile gewährleitet sowohl eine robuste wie auch wirtschaftliche und nachhaltige Bauweise mit optimierter Bauzeit und ausreichendem Schallschutz und Speichermassen für ein ausgeglichenes Raumklima.

ÖKOLOGIE UND NACHHALTIGKEIT

Das Gebäude wird als Hybridbau mit Stahlbeton und Holz errichtet.

Als nachwachsender Rohstoff bietet Holz den idealen Baustoff zur Errichtung eines nachhaltigen Gebäudes. Zusätzlich wird die Verwendung von Recyclingbeton vorgeschlagen.

Die kompakte Bauweise und flächensparende Anordnung der Räume führen zu einer wirtschaftlichen Konstruktion. Die Dächer werden zusätzlich extensiv begrünt. Auf dem Dach des Bürgersaals ist Photovoltaik vorgesehen.