Realisierungswettbewerb "Neubau eines Wohn- und Pflegeheims in Johannis"

Auslober: wbg, Nürnberg

Erläuterung

Der Neubau der Pflegeeinrichtung liegt als „offenes U“ an der nördlichen Grundstücksgrenze. Die Platzierung ermöglicht, dass sich die Pflegeeinrichtung zu den Freiflächen im Süden öffnet und gleichzeitig eine Abschirmung zur nördlichen Großweidenmühlstraße und zur westlichen Brückenstraße gewährt.

Der fünfgeschossige Baukörper verläuft innerhalb der vorgegebenen Baulinien und hält zu den östlichen Bestandsgebäuden ausreichend Abstand. Als Verlängerung zur der Pflegeeinrichtung wird ein siebengeschossiges Wohngebäude mit Ost-West orientierten Wohneinheiten vorgeschlagen.

Die Anordnung der Baukörper bietet den notwendigen Schutz für einen ruhigen Innenhof und ermöglicht durch die Öffnung zum Grün für beide Neubauten ein „Wohnen im Park“.

Die U-förmige Gebäudekonfiguration mit ihrer Öffnung nach Süden ermöglicht die Entwicklung einer durchgängigen parkartigen Grünstruktur. Ein frei geformtes Wegenetz verknüpft die verschiedenen Teilbereiche, Eingänge und Freiraumelemente zu einem kleinen Park, der sich mit dem Grün entlang der Pegnitz verbindet. Im Gegensatz hierzu begleitet eine großzügige Vorzone als Esplanade den Gebäuderiegel entlang der Brückenstraße und bildet ein dem Stadtteil zugewandtes öffentliches Band. 

Die Esplanade ergänzt eine weitere, von der Straße abgerückte Wegeverbindung und lädt alle Bürger*innen zum Flanieren ein. Attraktive Pflanzbänder aus Gräsern und Stauden bilden einen attraktiven Blickfang und sorgen gleichzeitig für Abschirmung zur Straße oder schützen die Privatsphäre der Gebäudenutzung im Erdgeschoss. 

Der Park im rückwärtigen Bereich besteht aus verschiedenen Teilbereichen: Innerhalb des Gebäudewinkels, mit einer transparenten Zugangskontrolle nach Süden abgetrennt, entsteht ein geschützter Gartenbereich. Im Süden anschließend findet sich ein Treffpunkt mit Spiel- und Fitnessgeräten für alle Generationen, umfasst von einer Pflanzstruktur aus Gräsern und Stauden. Sitzstufen fangen die Höhenunterschiede im Gelände ab und stärken die räumliche Figur des Treffpunkts. Ein Wegespange verbindet barrierefrei zur tiefergelegen Geländeterrasse auf dem Höhenniveau des bestehenden Gewächshauses. Westlich des Gewächshauses kann eine Fläche für Urban Gardening zur Verfügung gestellt werden, die gleichzeitig einen sinnlichen Anlaufpunkt bei Spaziergängen erwarten lässt. Über weitere Verbindungswege kann schließlich der Fußweg an der Pegnitz erreicht werden. 

Die räumliche Fassung des bestehenden Hofs am Frauen- und Männerwohnheim wird gestärkt durch die zukünftige Fassade des Ergänzungsbaus, welcher gleichzeitig auch den Geländeversprung zur neuen Pflegeeinrichtung abfängt. Durch eine Grünintarsie in der Mitte der Fläche entsteht ein neuer gemeinsamer Treff- und Aufenthaltsort für die Bewohner*innen der angrenzenden Einrichtungen mit Sitzgelegenheiten, Bäumen und Pflanzungen. 

Ergänzt werden die Außenanlagen durch den „Demenzgarten“ mit Hochbeeten und Sitzgelegenheiten, Duft und Tastpflanzen auf den Dachterrassen im 1. OG.   

Über den Zugang der Promenade gelangt man in das Foyer der Pflegeeinrichtung. Im Erdgeschoss befinden sich die Cafeteria, der Mehrzweckraum sowie die Räume der Tagesbetreuung. Die raumhohen Verglasungen zur Promenade lassen sich öffnen und verbinden die großzügigen Vorbereiche mit den Gemeinschaftsräumen des Erdgeschosses.

Über eine zentral gelegene, großzügige Treppe gelangt man die oberen Etagen.

Im nördlichen „Bindeglied“ gruppieren sich Serviceräume und Pflegebereiche. Alle Pflegezimmer liegen in den Ost–West gerichteten Schenkeln des „U“.

Die Gemeinschaftsräume liegen als verbindendes Element an den beiden Gebäudeecken. Die Flure werden durch große Dachterrassen zusätzlich belichtet und aufgeweitet und lassen den Blick auf die Pegnitzauen schweifen.

In der Demenzstation im 1. Obergeschoss gibt es zusätzliche Rundwege für die Heimbewohner. Der Demenzgarten liegt geschützt und teilweise überdacht als „Grüne Fuge“ am Ende der Anlage.

In der Verlängerung des Neubaus schließt südwestlich ein siebengeschossiges Gebäude für Senioren an. Die zweibündige Anlage wird über eine Treppe mit behindertengerechtem Aufzug erschlossen. Jede Wohnung bekommt eine eigene Loggia. Zusätzlich wird entlang der Promenade im Erdgeschoss ein Gemeinschaftsraum für Feiern, Versammlungen und als Bewohnertreff angeboten.